Bootsbau ist Schleifarbeit! Das gilt zwar nicht für die Serienfertigung unserer Composite-Canoes, aber für das Urmodell um so mehr.

Ich verdränge das immer wieder, aber wenn es so weit ist, muss ich der Realität in's Auge sehen und die Staubmaske aufsetzten. Mit langen, gleichmäßigen Schleifbewegungen nähert man sich, in einer gefühlten Ewigkeit, der perfekten Oberfläche. Dazwischen sind wieder kleinere Spachtelarbeiten angesagt. Das bedeutet dann wieder noch mehr Schleifen, und das dauert immer genau so lange wie es eben dauert. Oft haben wir versucht diese Arbeit irgendwo in Auftrag zu geben. Irgendwie will uns das aber keiner abnehmen. Mittlerweile betrachte ich es als meinen persönlichen Pfad der Erleuchtung. Drei Dinge helfen bei dieser Arbeit enorm: Ein guter, großer Schleifblock, etwas Autogenes Training und das absolute beste Schleifpapier zu verwenden dass man bekommen kann. Keine Kompromisse beim Schleifmittel! Hier ist jeder Cent gut investiert!

Nach zwei weiteren Tagen Schleifarbeit konnten wir die ersten beiden Kunststoffschichten aufbringen. Um etwas Kontrast zum Formenharz zu schaffen (erleichtert den Auftrag) wurde das Beschichtungsharz orange eingefärbt. Jetzt folgt noch ein weiterer Schliff und eine abschließende Beschichtung. Danach kann das Urmodell poliert und endlich für den Formenbau vorbereitet werden.