Mit unserem OGBC Laminat hatten wir schon den Anteil an Glasfasern und Harz auf ein Minimum reduziert. Wir wollten aber schon lange den nächsten Schritt gehen: Weg von Glas- und Kunstfasern!

Da Rohöl irgendwann knapp werden wird und Energie irgendwie immer noch ein ungelöstes Problem ist, und wir mit nachwachsenden Rohstoffen bereits ein paar Jahre Erfahrung haben, schieden Kevlar und Kohlefasern von vornherein aus. Außerdem wollten wir keine langen Transportwege für das Material. Also haben wir uns in den letzten zwei Jahren verschiedene Naturfasern, deren Eigenschaften, Beschaffbarkeit, sowie Ökobilanz angesehen. Als optimal erwies sich dann Flachs als die Faser mit den für uns besten Eigenschaften. Problematisch war jedoch nicht die Fasern zu bekommen, sondern ein richtig hergestelltes Gewebe das sich für die Verarbeitung in Faserverbundwerkstoffen eignet, und das keinen starken Qualitätsschwankungen unterliegt.

Flachsgewebe

 

Letzten September fanden wir dann endlich einen Partner, der uns das liefern kann was wir brauchen. Da wir mit dem neuen Material kein vollflächiges Sandwich mehr bauen wollen, stellen wir auch das Produktionsverfahren und die Harze auf ein Vakuuminfusionsverfahren um. Im letzten Oktober bekamen wir dann größere Mengen Mustergewebe für Testlaminate, und konnten unsere ersten Flachsfaser-Laminate im Labormaßstab herstellen. Dabei haben wir auch die Kompatibilität des Verfahrens mit unseren Korkkernen positiv getestet. Das heißt, dass wir alle Faser- und Kernwerkstoffe künftig aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen fertigen können, die in Europa angebaut werden.

Flachsfasern bieten die gleiche spezifische Festigkeit wie Glas, sind jedoch leichter als Kevlar. Die Steifigkeit liegt zwischen der von Glas und Kohlefasern. Materialeigenschaften die für unsere schönen, leichten Boote genau richtig sind.

Die Flachspflanzen werden in Frankreich, Belgien und England angebaut, brauchen keine künstliche Bewässerung, und keine Chemikalien. Zudem verbraucht die Herstellung ein vielfaches weniger Energie als Kohle-, Aramid- oder Glasfasern. Das bedeutet für uns einen großen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit.

Wir sind wirklich froh dass soweit alles geklappt hat und freuen uns darauf den ersten Felicity im neuen Material und Infusionsverfahren zu bauen.

Apropos Felicity: Das Urmodell wird in kürze fertig sein. Dazu demnächst mehr.

 

Hier noch ein kleines Zeitraffer-Video von einem der Testlaminate: